Ulrike Förschler (Pfarrerin i.R.)

Vincent van Gogh - Seine „christlichen“ Bilder

Wenige Künstler haben die Nachwelt so fasziniert wie van Gogh (1853-1890).
Und doch ist seine künstlerische Schaffensperiode von 1880 bis zu seinem Tode 1890 nur ein Teil des Menschen van Gogh, der sich, was kaum bekannt ist, nicht nur intensiv mit religiösen Fragen beschäftigt hat, sondern sich als Pfarrerssohn zum Hilfsprediger ausbilden ließ. Er lebte 1878/79 unter den Bergarbeitern der Borinage in Belgien und man spricht dort noch lange nach seinem Tod von ihm als dem „Freund der Armen“.
Erst als er als Evangelist scheiterte, nahm er Pinsel und Zeichenstift und verkündete so auf andere Weise seine Botschaft.
Dies geschah nicht nur in so bekannten Bildern wie dem „Sämann“, das früher auf vielen Konfirmandenurkunden zu sehen war, sondern auch in vielen anderen Gemälden.
Wir wollen uns an diesem Vormittag dem geistigen Hintergrund seiner Bilder zuwenden und uns in seinen eigenen Worten erklären lassen, was er zeigen wollte.

Frauen der Reformationszeit - sanft und rebellisch
Neben Katharina von Bora, die auch durch die Bilder von Cranach immer noch so präsent ist, gab es noch viele andere, die es wert sind, einmal genauer betrachtet zu werden. An ihren Geschichten, ihren Flugblättern und anderen Veröffentlichungen, die sie - im Gegensatz zu Katharina von Bora - hinterlassen haben, wird nachvollziehbar, wie die Reformation auf die soziale Ordnung gewirkt hat, welche Folgen die reformatorische Bewegung für die Frauen hatte, aber auch, wie Frauen die Erneuerung der Kirche mit prägten.
(basiert auf den neuesten zugänglichen Quellen)